YouTube Music Premium startet in Deutschland - SPIEGEL ONLINE


YouTube Music Premium Google startet Spotify-Konkurrenten

Musik hören und Videos gucken, online, offline und werbefrei, so lautet das Versprechen von Googles neuem Musikdienst YouTube Premium, der am Montag startet. Wir haben schon reingeschaut.

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Knapp einen Monat nach der Einführung in den USA, Australien, Neuseeland, Südkorea und Mexiko startet Google seinen neuen Musikdienst YouTube Music am Montag auch in Deutschland. Mit dem neuen Streaming-Angebot geht das Unternehmen erneut in Konkurrenz zu Spotify, Apple Music und Amazon Prime Music. Langfristig dürfte damit auch das Schicksal von Google Play Music besiegelt sein, vorläufig aber werden beide Dienste parallel angeboten.

Mit Play Music, das es schon seit 2011 gibt, war Google freilich nie der große Durchbruch gelungen. Der Streamingdienst lag sowohl bei den Abonnentenzahlen als auch in der Wahrnehmung der Nutzer stets hinter der Konkurrenz zurück.

Das neue YouTube Music bietet zunächst die üblichen Funktionen moderner Musik-Streamingdienste: Es bietet Zugang zu einer Vielzahl von Songs und Alben, von Zigtausenden Künstlern - genaue Zahlen nennt Google nicht. Außerdem gibt es Tausende Playlisten, die Musik nach unterschiedlichen Stimmungen, Aufgaben, Anlässen und Genres sortiert zusammenfassen. Hinzu kommen Remixes, Coverversionen und natürlich Musikvideos.

Verglichen mit Play Music fehlt derzeit aber vor allem die Möglichkeit, lokal gespeicherte Musik hochzuladen, die in Googles Angebot womöglich nicht vorhanden ist. Allein das reicht als Grund aus, das alte Angebot weiter zu betreiben. In einem Blogpost versprach das Unternehmen seinen Play-Music-Kunden, dass sich für sie nichts ändern werde. "Ihr könnt weiterhin auf eure gekaufte Musik, hochgeladene Songs und Playlisten zugreifen", heißt es dort.

Musikvideos ohne Video

Dreh- und Angelpunkt ist die Startseite, die sich dynamisch den Vorlieben des Nutzers, dem Ort und der Tageszeit anpassen soll. Dazu wird zum einen ausgewertet, welche Musik man mit der Software bisher gehört hat, zum anderen kann man bei der Einrichtung des Dienstes seine Vorlieben festlegen.

Im ersten Test waren die Ergebnisse hier allerdings nicht überzeugend. Möglicherweise braucht Googles Software einfach noch mehr Zeit, um wirklich zum jeweiligen Geschmack passende Listen zusammenstellen zu können. Auffällig ist, dass die App den Startbildschirm wirklich bei jedem Aufruf neu zu sortieren scheint.

Neben den Songs selbst stehen bei YouTube Music natürlich auch die auf YouTube populären Musikvideos bereit, die man in einem "Audiomodus" auf Wunsch auch ohne Video abspielen kann, was auf Partys längst gängig ist.

Bei einem Google-Angebot selbstverständlich ist, dass sich die Musik vom Computer, Smartphone oder Tablet aus per Google-Cast kabellos auf Cast-fähige Lautsprecher wie den Google Home oder entsprechend ausgestattete Fernseher streamen lässt. Zudem ist es möglich, auch Apples AirPlay-Technik zu nutzen, um Musik etwa auf einem HomePod wiederzugeben.

Vieles gibt es gratis

Bemerkenswert ist, dass die meisten dieser Funktionen schon in der Gratisversion des Angebots nutzbar sind. Der Nutzer muss dafür allerdings regelmäßige Werbeeinblendungen akzeptieren. Die Premiumversion, die uns für einen kurzen Test zur Verfügung stand, ist dagegen werbefrei. Zudem können Nutzer der Bezahlvariante Musik zum Offline-Hören herunterladen und auch vom Sperrbildschirm ihrer Mobilgeräte aus auf Kernfunktionen wie Start/Stopp und die Lautstärkeregelung zugreifen.

Ein Abo von YouTube Music Premium kostet in Deutschland 9,99 Euro pro Monat, also genau so viel wie die Angebote der meisten Konkurrenten. Für 11,99 Euro pro Monat kann man YouTube Premium abonnieren, das zusätzlich werbefreie YouTube-Videos und Video-Downloads enthält.

Die neue App für YouTube Music Premium ist für Android und iOS erhältlich.

mak

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insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
ericstrip 18.06.2018
1. Ich hab's ja wirklich versucht...
...mit Spoitify und Apple Music, aber das hier werde ich nicht auch noch versuchen. Mal davon abgesehen, daß mich digitale Musikwiedergabe einfach nicht "kickt" - die Vorstellung, daß irgendein Konzern meine Hörgewohnheiten analysiert, finde ich einfach zum Brechen. Die Vorschläge waren nicht einmal schlecht, aber ich mag das nicht. Vermutlich ein Generationenproblem. Der Nachwuchs findet es toll, ich telefoniere lieber mit dem alten Kumpel, um Tips auszutauschen und höre meine Musik für mich. Apple wollte sogar mein iTunes analysieren, das geht nun echt zu weit, aber immerhin konnte man es ablehnen.
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