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Betrug im Urlaub: "Geldbörse mit allen Karten weg. Schock!" - SPIEGEL ONLINE


Betrug im Urlaub - Leser erzählen "Geldbörse mit allen Karten weg. Schock!"

Betrogen am Flughafen? Trotz Sicherheitskontrollen und Bereichen mit Zugangsbeschränkung? SPIEGEL-ONLINE-Lesern ist dies passiert - hier erzählen sie über ihre Erfahrungen.

Getty Images

"Es ist immer weise, in fremden Ländern besonders aufmerksam zu sein", hat der Flughafen von Palma de Mallorca auf seiner Webseite geschrieben. Und stellte dann zehn Betrugsmaschen vor, die auf - natürlich den anderen - Airports weltweit passiert sind, und wie man ihnen entgehen kann.

Wir haben unsere Leser aufgerufen, uns von ihren Schrecken im Urlaub zu erzählen. Hier sind ihre Erlebnisse:

Vor dem Flughafen von Palma de Mallorca warteten wir auf einen Freund aus Deutschland. Wir standen bei unserem Auto auf dem Parkplatz, hinter uns parkte ein spanisches Auto mit zwei Männern. Als unser Freund ankam, begrüßten wir ihn. Danach stellten wir fest, dass während dieser Zeit aus dem Kofferraum eine Tasche gestohlen worden war. Die Polizei am Flughafen hat das nicht interessiert. Werner Jopp

Nach der Landung am Flughafen Hurghada passierten wir die Zollkontrolle und kauften bei Orange (Werbung: schnellstes Internet Ägyptens) für neun Euro eine SIM-Karte mit 10 Gigabyte Datenvolumen ohne Freiminuten. Dazu wurde uns von Bekannten geraten, da das WLAN im Hotel häufig zusammenbricht. Eigentlich war der Kauf nur mit Reisepass möglich, wir hatten aber nur einen Personalausweis. Kein Problem, sagte der Verkäufer und trägt einen anderen Namen auf dem Antrag ein. Wir bekamen die SIM-Karte ohne Beleg, fotografierten eine ziemlich einfach aussehende Anleitung zur Aktivierung ab und erhielten den Hinweis, dass es eine Stunde bis zur Aktivierung dauert.

Im Hotel stellten wir fest, dass weder Anleitung noch Aktivierung zum Hotline-Menü auf Arabisch passt - die Karte war nutzlos. Von der Gästebetreuung haben wir erfahren, dass das ein bekanntes Problem am Flughafen sei. Reklamieren geht nicht: In den Ankunftsbereich kommt man wegen der Sicherheitsvorkehrungen nicht mehr rein, und einen Beleg hatten wir ja nicht. Lisa Wiedemann

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Betrogen auf Reisen: Einmal abgelenkt - Geld weg

Auf einer nach unten fahrenden Rolltreppe im John-F.-Kennedy-Flughafen in New York stürmte ein Mann an den Passagieren vorbei. Er rempelte jeden an und wirkte, als ob er es sehr eilig habe. Nachdem meine Frau die Treppen verlassen hatte, stellte sie fest, dass ihre Handtasche offen war. Einige Geldscheine und der Reisepass waren entwendet. Wir hatten große Probleme, einen neuen Pass zu beschaffen - das dauerte etwa zehn Tage. Ludwig Dinklage

Ich habe 20 Jahre in Südostasien gelebt, war beruflich fast jede Woche unterwegs und habe fast alle Länder in der Region bereist. Ein Trick, der dort gerne angewendet wurde, waren inszenierte lautstarke Streiterei neben der Schlange beim Check-in. Viele Fluggäste drehten sich um, und in Sekundenbruchteilen war das Handgepäck entwendet. Ich habe immer meine Aktentasche zwischen die Beine oder das Band meiner Umhängetasche unter den Fuß geklemmt. Fritz Schruff

Leseraufruf: Betrogen auf Reisen
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Mein Ehemann hatte im Urlaub einen Bandscheibenvorfall erlitten und musste daher im April am Flughafen von Dubrovnik per Rollstuhl vom Check-in bis zum Gate gebracht werden. An der Sicherheitskontrolle legte er seine Weste und seine Krücken auf das Band des Röntgengerätes. Er selbst durfte im Rollstuhl sitzen bleiben und wurde abgetastet.

Dann stellten sich die Krücken auf dem Band quer und blockierten es im Röntgengerät. Es gab dadurch einige Verwirrung beim Personal. Zu diesem Zeitpunkt beobachtete ich, wie der Sicherheitsmann am Anfang des Geräts die Weste meines Mannes aus der Box nahm und abtastete.

Später, als wir schon in Düsseldorf waren, bemerkte mein Mann, dass sein Metall-Case für Kreditkarten aus der mit Reißverschluss verschlossenen Innentasche der Weste verschwunden war. Der Reißverschluss war geschlossen, sein Brillenetui war noch in derselben Tasche. Sie war also geöffnet und wieder geschlossen worden.

Zum Glück hatte er seinen kanadischen Reisepass, seine deutsche Aufenthaltsgenehmigung und seine Kreditkarte am Körper getragen. Im Metall-Case waren sein kanadischer Führerschein, kanadische Krankenversicherungskarte und eine Bankkarte einer Bank in Vancouver. Nun muss er im nächsten halben Jahr persönlich nach Vancouver reisen, um dort neue Dokumente zu bekommen.

Mein Mann meldete diesen Vorfall telefonisch dem Lost-and-Found des Flughafens Dubrovnik, dort teilte man ihm nur die Telefonnummer der Polizei mit. Bei der Polizei sprach man kaum Englisch, der Polizist notierte sich noch nicht mal seinen Namen. Die Airline Eurowings schrieb mein Mann auch deshalb an, er bekam keine Antwort auf seine Mail. Brigitte Stein und Thomas Klingebiel

In Havanna in Kuba habe ich im Duty-Free-Shop vor dem Abflug mit meiner Kreditkarte eingekauft und musste dabei meinen Pass vorlegen. Nach der Landung zu Hause war meine Kreditkarte gesperrt. Jemand hat in Miami in Florida versucht, mit meiner Karte und meinen Daten einzukaufen, während ich geflogen bin. Ähnliches ist mir in Washington DC passiert: Ich benutzte meine Karte nur im Hotel und in einem gehobenen Restaurant in der Nähe des Weißen Hauses. Eine Woche später rief meine Kreditkartenfirma an, ob ich einen teuren Anzug in einem Warenhaus in Virginia gekauft habe. Diesen Betrag musste ich nicht zahlen, die Karte wurde ausgewechselt. Karl Neubert

Wir kamen am Flughafen von Barcelona an und nahmen sofort die U-Bahn Richtung Sants zu unserem Hotel. Ein Saxofonist spielte in der Station "When the Saints Go Marching In". Ich hatte meine Umhängetasche an den Trolley gehängt und achtete nicht auf die junge Frau hinter mir, die auf ihr Smartphone zu starren schien. Wohl ein Fehler. Erst beim Check-in im Hotel stellte ich fest, dass meine Geldbörse mit allen Karten weg war. Schock! Der Rezeptionist aber wusste genau, was zu tun ist und wen man anrufen muss, und gab uns wohl als Trost das beste Zimmer im 20. Stock. Ich machte eine Anzeige, doch trotz vieler Nachfragen passierte nichts weiter. Ich musste alle Karten neu bestellen. Nach sechs Wochen jedoch traf mein Portemonnaie per Post bei der Stadtverwaltung ein - und, o Wunder, mit allen Karten. Eva-Maria und Ulrich Elbers

Es ist schon lange her: In Hongkong kassierte der Taxifahrer die Fahrt in US-Dollar, dabei wurde der Betrag auf dem Taxameter in den viel billigeren Hongkong-Dollar angezeigt. Aber in einem Hongkonger Kellerrestaurant waren wir die einzigen Europäer, wir aßen Koreanisch von einer Hot Plate. Uns wurde immer wieder gratis die Schüsseln nachgefüllt, weil sich alle über die Ausländer freuten, die koreanisches Essen so liebten. Ich kann mich nicht beklagen, die Menschen sind doch mehrheitlich gut. Brigitta von Bredow

Video: Tanzende Taschendiebe

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Diese Hinweise und Tipps zur Vermeidung von Betrugsfallen gibt der Flughafen Palma:

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